Drucker ABC - Von A bis G

Das Drucker-Fachchinesisch - neu erklärt von Laubengaier!
Wenn Sie danach noch Fragen haben, wir sind jederzeit für Sie da

Akzidenzdruck

Denken Sie nun nicht an den Druck von Aktien oder an einen neuen Börsenkurs.

Lat. accidens - das Zufällige, das Veränderliche. Drucksachen kleineren Umfangs für Privatpersonen, Betriebe, Verwaltungen etc.
Die Bezeichnung Akzidenz bürgerte sich dadurch ein, dass die Drucker im 15. Jahrhundert in der Regel hauptsächlich mit der Herstellung von Büchern beschäftigt waren und andere Arbeiten, eben Akzidenzarbeiten, nur gelegentlich anfielen.

Andruck

Das ist nicht das erste Anzeichen von Druck, den man spürt bevor es richtig losgeht.

Ein Andruck ist ein Probedruck zur Überprüfung der Qualität, besonders bei mehrfarbigen Druckerzeugnissen an einer Druckmaschine.
Ein Andruck erfolgt zum Zweck der Kontrolle von Ton- und Farbwerten sowie der Druckgröße zum Abstimmen mit der Vorlage, in einer sehr geringen Auflage auf Andruck- oder konventionellen Druckmaschinen.
Dies wird möglichst unter fortdruckgerechten Bedingungen, was den Bedruckstoff, Farbe, Größe, usw. betrifft praktiziert, um so das zu erwartende Druckergebnis unmittelbar „an der Druckmaschine“ zu kontrollieren.

Anschnitt

Hier ist nicht die Rede von einem Brot- oder Käseanschnitt.

Der Anschnitt ist der Bereich (in der Regel 2 - 3 mm), der über das Endformat eines Druckbogens hinausgeht. er oder Farbflächen, die am Dokumentanfang beginnen, sollten immer schon im Anschnitt angelegt werden, damit später beim Zurechtschneiden keine Blitzer am Rand entstehen.

Auflösung

Nicht das Ende einer Beziehung oder Ehe beim Scheidungsanwalt.

Mit Auflösung bezeichnet man gemeinhin die Anzahl der Pixel (punkte), aus denen eine Rastergrafik besteht. In der Regel wird sie durch Breite × Höhe angegeben.
Zur Bestimmung der Endauflösung (bei einer 1:1 Wiedergabe) gibt es eine Faustformel:
Druckraster x 2,54 (Umrechnung in Inch) x 2 (Qualitätsfaktor)

Ausschießen

Man braucht hierfür nicht den Jagdschein und muss auch keinen Bock schießen.

Ausschießen ist das Anordnen einzelner Seiten auf einem Druckbogen, unter Beachtung der Seitenreihenfolge, die sich nach dem Falzen ergibt.

Blitzer

Keine Sorge, wir führen keine Verkehrsüberwachung durch

Beim Drucken kommt es häufig vor, dass mehrere Farben übereinander gedruckt werden, was in der Druckbranche als Blitzer bezeichnet wird. So können unerwünschte Zwischenräume zwischen Farbfeldern entstehen. Dies kommt bei einer nicht gut ausgerichteten Druckanlage zustande.

Briefing

Wenn Sie jetzt an einen Brief denken, den Sie mit der Post verschicken können, dann liegen Sie leider falsch.

In einem Briefing beschreibt der Auftraggeber alle Vorgaben und Aufgaben für ein Projekt. Je detaillierter das Briefing ist, desto leichter ist es für den Dienstleister das Projekt reibungslos abzuwickeln.

Broschur

Eine besonders edle Brosche haben wir nicht für sie angefertigt

Eine Broschur ist ein buchbinderisches Erzeugnis, bei dem der Umschlag direkt mit dem ein- oder mehrlagigen Block am Rücken verklebt oder geheftet ist. Von „Broschur“ wird meist in der Weiterverarbeitung gesprochen.

Cellophanierung

Nein, das ist leider kein neues Wundermittel gegen Cellulite.

Cellophanierung bedeutet die Veredelung von Drucksachen. Es handelt sich hierbei um eine Beschichtung einer Oberfläche mit einer hauchdünnen Folie. Dies schützt die Drucksachen vor Schmutz und Feuchtigkeit und die Farben leuchten mehr.

CMYK Farbraum

Keine Kosmetik, Designermarke und kein Künstlername.

Die Abkürzung CMYK steht für die Farben Cyan, Magenta, Yellow und Key – genormte Farben für den Vierfarbendruck.
Die drei farbigen Komponenten CMY ermöglichen die Darstellung von Farben durch die subtraktive Farbmischung.
Das Übereinanderdrucken der drei Farben ergibt jedoch kein reines Schwarz, sondern eher ein Braun-Schwarz, so dass zusätzlich Schwarz als vierte Druckfarbe zur Erzielung der Tiefe und Modulation verwendet wird.

Computer-to-plate

Kein englischer Butler, der etwas Delikates seinen Gästen „to plate“ serviert.

Der Begriff Digitale Druckplattenbelichtung (DDB) oder englisch Computer to Plate (CTP) bezeichnet ein Belichtungsverfahren aus der Druckvorstufe, bei dem die Druckplatten direkt im Plattenbelichter beert werden.
Eine Filmbelichtung inklusive Montage fällt nicht mehr an.

Densitometer

Denken Sie nun bloß nicht an eine neue Maßeinheit, die sich zwischen Dezimeter und Meter befindet.

Ein Densitometer ist ein Gerät, welches das Licht misst, das von Papier oder Film durchgelassen oder reflektiert wird.
Es wird verwendet, um die Genauigkeit, die Qualität und die Gleichmäßigkeit der Ausgabe zu kontrollieren.
Densitometer messen die Intensität der Schicht und somit eben der Schichtstärke (Dichte).

Digitaldruck

Willkommen im Zeitalter der digitalen Medien! Alles schneller, alles besser, alles einfacher. Direkt aus dem Computer!

Der Digitaldruck ist ein sehr hochwertiger Farbausdruck. So hochwertig, dass der Laie inzwischen kaum noch Offset- und Digitaldruck unterscheiden kann.
Digitaler Druck ist für kleinere Auflagenzahlen kostengünstiger als Offsetdruck. Personalisierte Drucke sind wirtschaftlich überhaupt nur im Digitaldruck möglich, mitunter werden z.B. bei der Katalogproduktion Digitaldruck einerseits und Offset- bzw. Tiefdruckverfahren andererseits kombiniert.

Dispersionslack

Keine besondere und schnell trocknende Nagellacksorte.

Der Dispersionslack wird zur Veredelung des Druckproduktes im Offsetbereich verwendet.
Dispersionslacke trocknen sehr schnell. Sie werden deshalb nicht im normalen Offsetfarbwerk verarbeitet, sondern in speziellen Lackierwerken, die nur wenige Walzen haben oder mit Kammerrakelsystem arbeiten.
Häufig unterstützt Warmluftzufuhr die Trocknung rein physikalisch durch Verdunsten des Wassers.

Doppelnutzen

Das bedeutet nicht, dass Sie einen doppelten Nutzen an einem Produkt haben.

Im Doppelnutzen sind zwei Falzbogen auf einem Druckbogen übereinander gestellt, die auch zusammenhängend verarbeitet werden.

  • Doppelnutzen, echt: Es stehen jeweils die gleichen Falzbogensignaturen übereinander.
  • Doppelnutzen „Kommen und Gehen“: Es wird jeweils der erste mit dem letzten, der zweite mit dem vorletzten Bogen usw. zusammen gefalzt und verarbeitet. Der „Falzbogen aus zwei Falzbogen“ hat zumeist Schmalformat.

Druckkennlinie

Man wird hier nicht unter Druck gesetzt, auf seine Linie zu achten.

Die Druckkennlinie sagt aus, inwieweit der gedruckte Punkt in seiner Größe vom Punkt auf dem Film bzw. auf der Druckplatte abweicht.
Sie ist wichtig für die Zusammenarbeit von Reproduktion und Druck sowie zur Kontrolle von Andruck mit Fortdruck.
Aus der Druckkennlinie definiert sich der Druckzuwachs, der bereits in der Vorstufe berücksichtigt werden muss, um ein optimales Druckergebnis zu erreichen.

Dummy

Kein böser Kosename für den Azubi, der ein bisschen schwer von Begriff ist.

Als Dummy werden Ausführungs- oder Layoutmuster bezeichnet, welche für den Kunden oder für die Druckerei zur Veranschaulichung dienen sollen. Bei Falzflyern wird für die Druckerei so z. B. besser ersichtlich wie und an welchen Stellen der Flyer gefalzt werden muss.

Falzen

Falzen, Lochen und Abheften gehören nach wie vor zu den wichtigsten Disziplinen im täglichen Büro-Zehnkampf.

Falzen ist das Zusammenfalten von Druckbogen zu später aufeinander folgenden Seiten. Für verschiedene Produkte gibt es verschiedene Falzarten.
Beim Parallelfalz erfolgt die Falzung immer parallel: Man unterscheidet zwischen Wickelfalz und Zickzackfalz.
Wickelfalz, ist eine Falzart, bei welcher der zuerst gefalzte Teil im Inneren des Falzprodukts zum Liegen kommt, jede Falzung ergibt zwei weitere Seiten.
Beim Zickzackfalz wird jeder folgende Falz in entgegen gesetzte Richtung zum vorhergehenden gefalzt; auch Leporellofalz genannt.
Dann gibt es noch den Altarfalz, eine Falzart, bei der die äußeren beiden Viertel nach innen geklappt werden, auch Fensterfalz genannt. Bei der dritten Falzgruppe, dem Kreuzfalz, erfolgt die Falzung immer im rechten Winkel.

Flattermarken

Wir haben keine neue Innovation erfunden, bei welcher Briefmarken Flügel haben.

Flattermarken sind bei der Buchherstellung auf jedem Rohbogen versteckte aufgedruckte kleine Balken, die nach dem Falzen des Bogens auf dem Bogenrücken sichtbar werden. Sie erleichtern es dem Buchbinder beim Zusammentragen die richtige Reihenfolge zu erkennen. Sind die Bogen richtig angeordnet, sind die Flattermarken treppenförmig zu sehen. Ist das Buch fertig gebunden, sind sie nicht mehr sichtbar.

Grammatur

Wer hier an eine neue Maßeinheit für Wurst, Käse oder Brot denkt, der denkt gar nicht so falsch.

Das Flächengewicht gibt die Masse eines Materials in Abhängigkeit von der Fläche an. In der Papier- und Druckbranche wird das Flächengewicht von Papier auch als Grammatur (G) bezeichnet.

Weiter gehts mit Teil 2 und den Buchstaben H-N